Paywall ist nicht gleich Paywall. Manche zählen nur mit, wie viele Artikel Sie gelesen haben, andere legen bloß eine Ebene über den Text, und wieder andere schicken ihn ohne Abo gar nicht erst an Ihren Browser. Deshalb hilft nicht jeder Trick überall.
Diese Anleitung sortiert die Methoden danach, was sie können: von der schnellsten über Paywall.vip bis zu Wegen, die garantiert legal sind, etwa Geschenk-Links und die Stadtbibliothek.
Inhalt
- Welche Paywall haben Sie vor sich?
- 1. Paywall.vip: mehrere Dienste mit einem Klick
- 2. Archive direkt nutzen
- 3. Privates Fenster
- 4. Lesemodus
- 5. Schlagzeile suchen
- 6. Geschenk-Links und kostenlose Registrierung
- 7. Bibliothek und Forschung
- 8. JavaScript abschalten
- Browser-Erweiterungen: nur mit Vorsicht
- Am Handy
- Überblick
- Wenn es nicht klappt
- Ist das legal?
- Journalismus unterstützen
Welche Paywall haben Sie vor sich?
- Artikel-Limit: Ein paar Texte im Monat sind frei, danach ist Schluss. Gezählt wird meist über Cookies, manchmal über die IP-Adresse. Hier hilft oft schon ein privates Fenster.
- Soft Paywall: Der ganze Text steckt in der Seite, wird aber von einem Banner verdeckt oder ausgeblendet. Lesemodus, Archive und Paywall.vip funktionieren hier am besten.
- Harte Paywall: Ohne Login liefert der Server nur den Anfang aus. Dann bleiben Archive (falls es dort eine vollständige Kopie gibt), Geschenk-Links, die Bibliothek oder ein Abo.
Faustregel: Blitzt der Text kurz auf und verschwindet dann unter einem Banner, ist es fast immer eine Soft Paywall.
1. Paywall.vip: mehrere Dienste mit einem Klick
Der schnellste Weg: Link kopieren, auf paywall.vip einfügen und einen Dienst auswählen. Paywall.vip reicht den Link an Archive.today, Smry.ai, RemovePaywall und die Wayback Machine weiter. Jeder Dienst kommt auf anderem Weg an den Text, deshalb klappt mal der eine, mal der andere.
- Kopieren Sie den Link zum Artikel.
- Fügen Sie ihn auf paywall.vip ein. Oder setzen Sie einfach
paywall.vip/vor den Link in der Adresszeile. - Wählen Sie einen Dienst. Klappt es nicht, nehmen Sie den nächsten.
Tracking-Anhängsel wie utm_source entfernt Paywall.vip automatisch. Das erhöht die Chance, dass ein Archiv den Artikel schon kennt.
2. Archive direkt nutzen
Archive speichern Momentaufnahmen von Webseiten. Hat jemand einen Artikel archiviert, als er noch frei lesbar war, finden Sie dort die vollständige Fassung.
- Archive.today (auch archive.ph): Link eingeben, vorhandene Kopien ansehen oder eine neue anlegen lassen. Oft müssen Sie vorher ein Captcha lösen.
- Wayback Machine: Link eingeben und im Kalender einen Zeitpunkt wählen. Für ganz neue Artikel gibt es oft noch keinen Eintrag.
Die Grenze: Archive zeigen nur, was ihr Crawler zu sehen bekam. Hat die Seite schon beim Archivieren nur den Anfang geliefert, steht auch im Archiv nur der Anfang.
3. Privates Fenster
Bei Artikel-Limits ist das die einfachste Methode: Ein privates Fenster startet ohne Cookies, der Zähler steht also wieder bei null.
- Chrome und Edge:
Strg+Umschalt+N(Mac:Cmd+Umschalt+N) - Firefox:
Strg+Umschalt+P(Mac:Cmd+Umschalt+P) - Safari:
Cmd+Umschalt+N, auf dem iPhone in der Tab-Übersicht auf „Privat“ tippen - Chrome auf Android: Menü ⋮ › „Neuer Inkognito-Tab“
Zählt eine Seite pro IP-Adresse, bringt das private Fenster nichts. Dann hilft ein anderes Netz, etwa mobile Daten statt WLAN.
4. Lesemodus
Der Lesemodus zeigt nur den Artikeltext, ohne Banner und Werbung. Liegt der Text bei einer Soft Paywall schon in der Seite, taucht er hier oft vollständig auf.
- Firefox: Auf das Seiten-Symbol in der Adressleiste klicken.
- Safari: Auf „Aa“ bzw. das Reader-Symbol in der Adressleiste tippen und „Reader anzeigen“ wählen.
- Chrome: Rechtsklick auf die Seite, dann „Im Lesemodus öffnen“.
- Edge:
F9öffnet den plastischen Reader.
Tipp: Schalten Sie den Lesemodus ein, solange die Seite noch lädt, also bevor das Paywall-Banner erscheint. Safari kann ihn für eine Website auch automatisch aktivieren.
5. Schlagzeile suchen
Viele Meldungen stammen von Nachrichtenagenturen wie dpa, Reuters oder AP und erscheinen gleichzeitig auf mehreren Seiten, oft auch frei zugänglich. Kopieren Sie die Überschrift oder einen markanten Satz und suchen Sie danach. In Google News zeigt „Vollständige Berichterstattung“ außerdem, wie andere Medien über dasselbe Thema berichten.
6. Geschenk-Links und kostenlose Registrierung
Viele Verlage, etwa die New York Times, die Washington Post und das Wall Street Journal, lassen Abonnenten einzelne Artikel verschenken. Kennen Sie jemanden mit Abo, fragen Sie einfach nach einem Geschenk-Link. Genau dafür ist die Funktion gedacht, und es ist völlig legal.
Andere Seiten schalten nach einer kostenlosen Registrierung ein paar Artikel pro Monat frei. Das kostet eine E-Mail-Adresse, aber kein Geld.
7. Bibliothek und Forschung
Mit einem Bibliotheksausweis bekommen Sie bei vielen Stadtbibliotheken Zugang zu Zeitungen und Magazinen, etwa über die Onleihe, Genios oder PressReader. Der Ausweis kostet oft nur einen kleinen Jahresbeitrag.
Für wissenschaftliche Artikel lohnt sich die Browser-Erweiterung Unpaywall. Sie zeigt an, ob es irgendwo eine frei zugängliche, legale Fassung gibt.
8. JavaScript abschalten
Viele Soft Paywalls werden erst per JavaScript über den Text gelegt. Ohne JavaScript bleibt der Text manchmal einfach stehen. Dafür funktionieren dann oft auch Bilder, Menüs oder Kommentare nicht mehr.
In Chrome und Edge:
- Auf das Symbol links neben der Adresse klicken und die Website-Einstellungen öffnen.
- JavaScript auf „Nicht zulassen“ stellen und die Seite neu laden.
- Die Einstellung danach wieder zurücksetzen, sonst bleibt die Seite dauerhaft eingeschränkt.
In Firefox geht das pro Seite mit der Erweiterung uBlock Origin. Safari kennt nur einen globalen Schalter in den Einstellungen.
Browser-Erweiterungen: nur mit Vorsicht
Erweiterungen wie „Bypass Paywalls Clean“ versprechen, Paywalls automatisch zu entfernen. Sie stehen aber in keinem offiziellen Store, verschwinden regelmäßig nach Beschwerden von Verlagen und verlangen Zugriff auf alle Websites, die Sie besuchen. Eine manipulierte Version könnte also alles mitlesen, auch Passwörter und Online-Banking.
Wenn überhaupt, dann nur aus einer Quelle, der Sie wirklich vertrauen, und am besten in einem eigenen Browser-Profil, das Sie für nichts anderes nutzen.
Am Handy
- iPhone: Mit dem Paywall.vip-Kurzbefehl öffnen Sie Artikel direkt aus dem Teilen-Menü.
- Android: Auf paywall.vip „Zum Android-Teilen-Menü hinzufügen“ antippen. Danach taucht Paywall.vip im Teilen-Menü jeder App auf.
- Überall:
paywall.vip/vor den Link in der Adresszeile setzen.
Überblick
| Methode | Aufwand | Hilft bei |
|---|---|---|
| Paywall.vip | Sekunden | Soft Paywalls, archivierten Artikeln |
| Archive | gering | Artikeln, die schon archiviert wurden |
| Privates Fenster | sehr gering | Artikel-Limits |
| Lesemodus | gering | Bannern über dem Text |
| Schlagzeile suchen | gering | Agenturmeldungen, großen Themen |
| Geschenk-Link | mittel | harten Paywalls |
| Bibliothek | einmalig | Zeitungen und Magazinen |
| JavaScript aus | mittel | Soft Paywalls (Seite kann kaputtgehen) |
Wenn es nicht klappt
- Archive.today lädt endlos oder zeigt nur Captchas: Captcha lösen oder kurz warten. Nutzen Sie den DNS-Dienst 1.1.1.1 von Cloudflare, klappt es mit einem anderen DNS-Server oft besser.
- Im Archiv steht nur der Anfang: Einen älteren oder neueren Snapshot probieren oder zum nächsten Dienst wechseln.
- Der Artikel ist ganz neu: Bei Archive.today eine neue Kopie anlegen lassen oder später wiederkommen.
- Das private Fenster hilft nicht: Die Seite zählt vermutlich per IP-Adresse oder Login. Probieren Sie ein anderes Netz.
Ist das legal?
Privates Fenster, Lesemodus, Suche, Geschenk-Links und Bibliothek nutzen ganz normale Funktionen und sind unproblematisch. Beim gezielten Umgehen technischer Sperren und beim Lesen von Archivkopien bewegen Sie sich dagegen in einer Grauzone. Verlage verbieten das oft in ihren Nutzungsbedingungen, und je nach Land kann auch das Urheberrecht eine Rolle spielen. Diese Anleitung ist keine Rechtsberatung.
Journalismus unterstützen
Recherche kostet Geld. Wenn Sie eine Seite regelmäßig lesen, ist ein Digital-Abo oft günstiger als gedacht, gerade mit Probe- oder Rabattangeboten. Paywall.vip ist für die Ausnahme gedacht: den einen Artikel, für den sich ein Abo nicht lohnt.